PAULA-Projekt ist Pionierstandort "Kirche findet Stadt"

Eine gute Zwischenbilanz macht Mut zu Quartiersarbeit Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat zu einer Zwischenbilanz des Bundesprogrammes „Kirche findet Stadt“ in Gegenwart der Bundesministerin Barbara Hendricks nach Berlin eingeladen. Einer der 18 Pionierstandorte von „Kirche findet Stadt“ ist das Pfullinger Nachbarschafts-Projekt PAULA, das von Samariterstiftung und Diakoniestation in Pfullingen zusammen durchgeführt wird. Mit der Thomaskirchengemeinde und neuerdings auch mit der Magdalenenkirche im Wohnviertel Burgweg sind fruchtbare Kooperationen entstanden, gute Nachbarschaft im Stadtteil zu leben. Für die bundesweit vier Pionierstandorte im Themenbereich „Gesundheitsförderung, Prävention und Inklusion“ hat stellvertretend Britta Eichler von der Samariterstiftung berichtet. Sie sprach von den Erfahrungen aus ihrer praktischen Arbeit vor Ort. Berichte aus der Praxis an den Pionierstandorten, Einordnungen auf Landes- und Diözesanebene sowie Reflexionen aus wissenschaftlicher Perspektive rundeten die Zwischenbilanz ab. Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks skizzierte zusammen mit Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbands, und Ulrich Lilie, Präsident von Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, die Perspektiven für einen Zusammenhalt im Quartier. Dabei unterstrich Bundesministerin Hendricks die gewachsene Bedeutung der Kirchen und Verbände als starke Partner und aktive Gestalter bei der Stadtentwicklung: „Die Kirchen besitzen ein großes Vor-Ort-Wissen über die Chancen und Probleme der einzelnen Stadtviertel. Und dennoch haben wir die Kirchen in der Vergangenheit zu wenig als Akteure der Stadtentwicklung angesehen – und sie selber haben sich auch nicht immer als solche empfunden.“ Gesellschaftlicher Zusammenhalt gehe nur „gemeinsam“. Mit Kirche findet Stadt hätten sich Kirchen und ihre Verbände auch in der gelebten Ökumene als „starke, verlässliche und bundesweit vertretene Projektträger" erwiesen. Der Präsident des Deutschen Caritasverbands Neher forderte die Kirchengemeinden und Wohlfahrtsverbände auf, sich verstärkt abzustimmen und in die Diskussion über die Entwicklung von Stadtquartieren einzubringen. Mit ihren sozialen und kirchlichen Liegenschaften und dem damit verbundenen Gestaltungsspielraum können sie wichtige Funktionen als Ankerpunkte im Quartier einnehmen, z.B. in den Bereichen Bildung, Kinder, Jugend, Familie, Alter, Inklusion, Zuwanderung, Gesundheitsförderung, Mobilität und Besondere Lebenslagen. Der Bedarf an integriertem kommunalem Handeln erfordere verbindliche Anlaufstellen in den einzelnen Orts- und Stadtteilen. Der Präsident von Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband Lilie bezeichnete funktionierende Nachbarschaften als eine der besten Präventionsstrategien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kirchen und ihre Verbände müssen sich daher verstärkt als "soziale Anker für integriertes, Sektoren übergreifendes und kooperatives Handeln begreifen“ und dies einüben. Mit Kirche findet Stadt würden diese Potenziale in Stadtentwicklung und Wohnungspolitik gehoben, dies sei aber noch ausbaufähig.